Das Bild zeigt eine Ärztin am Schreibtisch im Gespräch mit einer Patientin.

Neue Kostformen

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Neue Kostformen für Patientinnen und Patienten mit Schluckstörungen

An die Schluckfunktion angepasst, nahrhaft und appetitlich, so präsentieren sich die neuen Kostformen für Patientinnen und Patienten der Charité, die unter Schluckstörungen leiden. In Zusammenarbeit von Frau Manuela Kunath (Logopädin an der Klinik für Audiologie und Phoniatrie) und Frau Ina Lauer (Ernährungsberaterin im GB der Pflegedirektion) wurde diese Initiative auf den Weg gebracht. Spezielle Kostformen für Patienten mit Schluckstörungen werden zunehmend erforderlich, weil die Zahl der Patientinnen und Patienten mit Schluckstörungen z. B. nach Schlaganfällen in den letzten Monaten stark zugenommen hat und der Bedarf erheblich gestiegen ist. Die bisherigen Alternativen mit nasogastraler Sonde mit Ernährungssonde im Zusammenhang mit einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) sind für die Betroffenen meist die schlechtere Variante. Auch die bisherige "passierte" Kost hat sich nicht bewährt, weil sie nicht auf die individuellen Bedürfnisse von Patienten abgestimmt war und unterschiedliche Konsistenzen aufwies. Mit den neuen Kostformen wird nicht nur eine bessere Therapiemöglichkeit und eine gesteigerte Lebensqualität erreicht, sondern es werden bei geringerem Pflegeaufwand, reduzierter Infektionsgefahr und weniger Verdauungsbeschwerden auch noch die Kosten deutlich niedriger gehalten als bei der klassischen Sondenkost. Je nach Beschwerdebild können 4 verschiedene Konsistenzen der Dysphagiekost angefordert werden:

Dys 1 = Dickflüssig

Dys 2 = breiig ohne Brot

Dys 3 = breiig mit Brot

Dys 4 = weich

Welche Kostform, wie und von wem verabreicht werden soll, wird auf einem Formular der Klinik für Audiologie und Phoniatrie festgehalten, das gut sichtbar am Bett angebracht wird. Die Vorteile dieser speziellen Dysphagiekost liegen auf der Hand. Es besteht ein verringertes Aspirationsrisiko, das zu kürzeren Aufenthaltszeiten und weniger Komplikationen und geringeren Kosten führt. Der erhalt der Lebensqualität ist sichergestellt und es besteht ein deutliches Einsparpotential im Vergleich zu teureren Ersatzprodukten. Die Auswahl der Kost kann symptomspezifisch stattfinden und in der Therapie eine stufenweise Steigerung der Schwierigkeitsgrade vorgenommen werden. Die Verlegung in Reha - Einrichtungen ohne Magensonde ist wesentlich einfacher zu erzielen und schließlich stimmen Optik und Geschmack bei der appetitanregenden Kost.

Die spezielle Kost für Schluckpatienten kann nur als ärztlich verordnete Diät über die "Orga-Card" angefordert werden. Nur definierte Stationen haben Zugriff auf diese Kostform.

Der besondere Dank für die Einführung dieser Kostform gilt:

·         Frau Kunath (Klinik für Audiologie und Phoniatrie)

·         Frau Lauer, GB-PD

·         Frau Kersch (CFM)

·         Frau Schulz-Lahmann (CFM)

·         Frau Rimmelspacher (CFM)

·         Frau Gehrke (Zehnacker)

·         Frau Kellbach (Zehnacker)

·         Frau Jepp (Klinik für Audiologie und Phoniatrie)

·         Dr. Nolte (CSB)