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Degeneration des Gehörs ist genetisch vorprogrammiert

Studien aus dem letzten Jahrhundert an Eingeborenenstämmen, die ihr Leben lang keine nennenswerte Lärmbelastung hatten, zeigten dass das Hörvermögen mit zunehmenden Alter bei einem größeren Teil dieser Population schlechter wird. Deswegen geht man davon aus, dass diese Form der Degeneration erblich bedingt ist. In höher entwickelten Gesellschaften kommen dann noch Hörstörungen aufgrund einer lebenslangen Lärmbelastung hinzu.

Sehr häufig beobachten Betroffene, dass nach einer Lärmexposition das Hörvermögen schlechter wird, sich aber innerhalb weniger Stunden wieder erholt und das Hörvermögen wie vorher ist. Dies ist besonders heimtückisch, weil die so Betroffenen davon ausgehen, dass das Hörvermögen keinerlei Schaden davon getragen hat. In Wirklichkeit führt aber neueren Studien zufolge die Lärmexposition trotz Regeneration des Hörvermögens bezüglich der Hörschwelle zu einer irreversiblen Schädigung der Nervenfasern an den Synapsen (den Umschaltstellen von einer zur nächsten Nervenfaser).

Um eine beruflich bedingte Lärmschwerhörigkeit möglichst zu verhindern, betreiben Berufsgenossenschaften einen erheblichen Aufwand und unterhalten sogenannte Präventionsabteilungen, deren Aufgabe es ist, alle Betriebe des eigenen Zuständigkeitsbereichs, Arbeitgeber und Arbeitnehmer über Lärmschutzmaßnahmen zu beraten, Reihenuntersuchungen der Arbeitnehmer zu organisieren und im Schadensfall (also bei eingetretener Hörschädigung) die Ursache abzuklären und ggf. auch eine Rente wegen des beruflich bedingten Gesundheitsschadens zu zahlen.