Das Bild zeigt eine Ärztin am Schreibtisch im Gespräch mit einer Patientin.

Beitrag der Klinik für Audiologie und Phoniatrie auf nationaler und regionaler Ebene?

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Welchen Beitrag leistet die Klinik für Audiologie und Phoniatrie an der Charité auf nationaler und regionaler Ebene?

Die Klinik für Audiologie und Phoniatrie hat sich bereits Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts intensiv für die Einführung des Neugeborenen-Hörscreenings eingesetzt. So gab es beispielsweise eine groß angelegte Werbekampagne in Berlin, in der darauf aufmerksam gemacht wurde, wie leicht, schnell und schmerzfrei ein Hörtest an schlafenden Neugeborenen durchführbar ist. Die Aktion wurde u.a. unterstützt durch die Fa. Ströer, die Werbeflächen in ganz Berlin und vor Allem in der Nähe des Abgeordnetenhauses kostenlos zur Verfügung stellte. Unter Leitung der Charité wurde der Berliner Arbeitskreis für Hörscreening bei Neugeborenen gegründet und eine große Gruppe von Kinderärzten, HNO-Ärzten und Ärzten für Phoniatrie und Pädaudiologie schafften sich Screeninggeräte an und führte die Tests kostenlos durch.

Hörscreening- und Trackingzentrale für Berlin und Brandenburg

An der Klinik für Audiologie und Phoniatrie der Charité wurde eine Screeningzentrale eingerichtet. Die Aufgabe dieser Screeningzentrale war und ist es, möglichst viele Eltern dafür zu gewinnen, das einfache Neugeborenen-Hörscreening bei den eigenen Kindern möglichst innerhalb der ersten Lebenstage durchführen zu lassen. Über die Trackingzentrale werden Kinder mit unklarem Befund so lange weiter begleitet bis möglichst fest steht, dass die jeweiligen Kinder normal hören oder, wenn sich eine Hörstörung bestätigt, sofort danach mit folgenden Schritten begonnen wird:

·         Differenzierte Diagnostik bei auffälligem Neugeborenen-Hörscreening

·         Frühtherapie (im ersten Lebensjahr) von Sprachentwicklungsstörungen

·         Hörgeräteversorgung

Stellt sich innerhalb des ersten Lebensjahres eine so stark ausgeprägte Hörstörung herausstellen, dass sie mit Hörstörungen nicht ausreichend ausgeglichen werden kann, so wird

·       eine Cochlea Implantat-Versorgung z.B. durch die HNO-Klinik der Charité angeboten. Ebenso können von den HNO-Kliniken der Charité hörverbessernde Operationen angeboten werden, wenn dies erfolgversprechend ist.

Im fortgeschrittenen Kindesalter wird gelegentlich von den PatientInnen erstmals über ein Ohrgeräusch berichtet. In diesen Fällen wird das

·       Tinnitus-Centrum der Charité der Charité für eine weiterführende Diagnostik und Therapie einbezogen.

Es gibt mehrere hundert verschiedene Ursachen bleibender Hörstörungen im Kindesalter und vielfach entwickeln sich wegweisende Symptome erst in einem späteren Lebensabschnitt. Deshalb ist die Ursachendiagnostik eine ganz schwierige Herausforderung. An der Klinik für Audiologie und Phoniatrie ist diese Ursachendiagnostik seit Jahrzehnte von großer Bedeutung gewesen. Eine große Expertise wurde durch die enge interdisziplinäre Kooperation der Fachgebiete Phoniatrie und Pädaudiologie, Pädiatrie, Humangenetik und auch HNO-Heilkunde im Zusammenhang mit der 

·         Interdisziplinären Syndrom-Sprechstunde entwickelt. Ebenso wurde eine

·         Spezialsprechstunde für taubblinde PatientInnen mit Usher-Syndrom eingerichtet

Folgerichtig ist die Klinik für Audiologie und Phoniatrie auch eine anerkannte Einrichtung mit

·       Schwerpunkt der Diagnostik und Therapie von Hörstörungen im Rahmen seltener Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen (SE-Atlas)